Dienstag, 24. März 2009

weltwirtschaftskrise

oha. die weltwirtschaftskrise ist nun auch bei uns angekommen. gestern (am montag nachmittag) wurde mein kollege andrew entlassen. andrew ist wie ich contractor und hatte anfang maerz seinen neuen vertrag fuer 3 monate unterschrieben. er ist auch einer der "aelteren" entwickler hier. er hat vergleichsweise viel erfahrung mit dem programm und der ganzen unix administration. wie dem auch sei - ich denke a) er verdient zu viel und b) es ist nicht gern gesehn, wenn man seine meinung aeussert. andrew hat naemlich in letzter zeit unseren neuen "teamleader" angezweifelt. der macht naemlich nichts anderes als sich irgendwelche excelliste zu bauen, in die wir dann irgendwas eintragen muessen. er druckt sich alle emails aus (IN FARBE!) und verteilt dann die aufgaben wahllos an den naechst besten. ausserdem muss jetzt jeglichen kommunikation mit unserem kunden ueber ihn gehen. er macht zwar nichts weiter als die emails unkommentiert weiterzuleiten, trotzdem besteht er auf diese regelung. ich denke man erkennt meine einstellung zu dem thema. er hat keine projektmanagementerfahrung, er hat keine erfahrung mit dem produkt und er ist zu altmodisch, um uns in irgendeiner hinsicht programmiertechnisch zu unterstuetzen. naja...
als uns dann gestern nachmittag verkuendet wurde, dass wir nun einer weniger sind, haben sich alle nur fassungslos angeschaut. andrew war es halbwegs egal. er wollte sowieso aufhoeren (wie mittlerweile alle hier). er hat wohl genug geld um seine eigene firma zu starten (da komm ich nachher noch zu). von daher hat es ihn jetzt nicht so schlimm getroffen. trotzdem hab ich in einem anfall sozialer kompetenz laut gefragt: "wisst ihr, dass ich nur noch 42 arbeitstage hier bin?". louise (chefin) und barry (neuer teamchef) haben mich laechelnd angesehen und meine frage bejaht. dann waren sie im naechsten moment erstaunt, dass ich genau wusste, wieviel tage ich noch habe. ich hoffe, ich hab sie nicht auf dumme gedanken gebracht.
es wurde wohl auch in anderen teams stellen abgebaut. aber die ganzen aussage klangen alle eher komisch. mir soll es egal sein. ich hoffe, dass ich die letzten zwei monate (verdammt. das ist wenig) noch hier bleiben kann. es ist traurig, aber das geld ist echt ein argument fuer die ganze quaelerei hier.
wie dem auch sei - gestern abend waren wir dann natuerlich noch im pub. andrew hat von seiner zukunft erzaehlt. er wird wohl mit iphone programmen anfangen. er ist ja weiss gott nicht der erste, der damit anfaengt. aber google war ja auch nich die erste suchmaschine. er hat meine adresse und ich hab ihm gesagt, dass ich vielleicht noch nen thema fuer meine bachelor thesis brauche. vielleicht wird mir ja auch im naechsten semester so langweilig mit meinen 6 kursen und den 20h bei H&H, dass ich das dann auch noch nebenbei mache. wer weiss.
jetzt bin ich, dank 2 litern wasser gestern abend und 2 energydrinks heute morgen, nach 5 stunden schlaf auf arbeit. ich werde auch diesen tag durchstehen. dann heisst es t - 41. (oder t - 27340 [kleiner tipp: keine 8).

Montag, 16. März 2009

alltag

hm

ich beschreibe jetzt einfach mal zusammenhangslos, was ich tagsueber so erlebe.

ich komme wynyard an und laufe langsam die treppen zum bahnsteig hoch. scheisse. bahn faehrt gerade weg. es ist 8:25 und die naechste kommt in 3 minuten. ich bin also immer noch vor 8:45 auf arbeit...
lautsprecheransage: "oa brwrwww abiawuajrawjn jwa bwwwwwwwww central bewwwwwuwwwwwowwwwwwwwwwwwwwwww". alle schauen sich an und kratzen sich am kopf. die ansage hat sich noch 3 mal wiederholt. ich hab nichts verstanden. es hat wohl damit zu tun, dass alle zuege verspaetung hatten. der naechste zug kam naemlich erst 9:10. natuerlich war in dem zug kein platz mehr. im naechsten auch nicht. im dritten auch nicht, aber ich musste ja mal langsam zur arbeit. 9:45 war ich dann da.

zwei tage spaeter:
ich steige in einen zug in wynyard ein. die tueren gehen zu, und es ruckelt kurz. ich denke so bei mir: "jetzt kannst du schon nicht mal der dein gleichgewicht halten. du denkst, der zug faehrt an, dabei passiert ja garnichts...". kurz danach wieder ruckeln. hm? wieder ruckeln. ok. es ruckelt definitiv nich in deinem kopf. die bahn versucht anzufahren und nichts passiert. die zeit vergeht. nichts passiert. die leute werden ungeduldig. die lichter in der bahn gehen aus (die klimaanlage auch). es ist auf einmal sehr ruhig und dunkel. endlich kommt die nachricht, dass es kleine probleme gibt, es geht aber gleich weiter (es sind bereits 20 minuten vergangen). auf einmal gehen die tueren auf und es heisst: alle aussteigen. der zug faehr leer aus dem bahnhof. lautsprecheransage: "es sind gaaaaanz viele zuege auf dem weg hier her (logisch, die mussten ja alle 30 min warten). nicht draengeln und nicht alle in den ersten zug einsteigen!". ich lass den ersten, viel zu vollen zug also fahren. der zweite ist noch voller. der dritte hat dann endlich nen platz fuer mich. im endeffekt habe ich wieder 1.5h fuer meinen arbeitsweg gebraucht. scheiss tag.

einen morgen bin ich aus dem haus gegangen. auf der anderen strassenseite, ca. 50 meter entfernt, ist nen supermarkt. davor steht nen linienbus mit angeschalteten warnblinkern in zweiter reihe. autos quaelen sich in der engen strasse am bus vorbei. es hat sich sogar schon nen kleiner stau gebildet. dann seh ich den busfahrer, wie er mit zwei tueten obst aus dem supermakrt kommt, in seinen bus einsteigt und los faehrt.

am wochenende war mal wieder manly beach angesagt. raman hatte mich zu nem kleinen strand mitgenommen. viele grosse und kleine fische. es ist so unfair, dass australien soviel zu bieten hat. danach sind wir noch zu nem aussichtspunkt gegangen, von dem man die hafeneinfahrt zu sydney gesehen hat. die sonne schien durch die wolken. alles um uns herum war gruen. und ich hatte meine kamera nicht mit. ich werd da auf alle faelle nochmal hin und fotos machen. das war bis jetzt einer der schoensten ausblicke, die ich hier hatte.
zurueck in der stadt haben wir dann noch zwei erlebnisse gehabt. 1. ein japaner, der seine tochter 4 oder 5 jaehrige verpruegelt hatte. der hat sie so doll geschlagen, dass man das klatschen noch in 20 meter entfernung gehoert hatte. wir beide und noch zwei australier sind dann hin und wollten ihm erklaeren, dass er das doch mal mit menschen seiner groesse probieren soll. er hats aber nicht richtig verstanden. trotzdem hat er danach von der kleinen abgelassen.
2. es war/ist st. patricks day/week/month? die ganze stadt ist gruen und an jeder ecke findet man horden von besoffenen iren, die irgendwelche lieder ueber ihre glorreiche nation singen. es ist lustig anzusehen (aus der ferne).
morgen ist in unserem standardpub irgendwas besonderes wegen st. patrick. es gibt guiness vom hahn und live musik. wir sind dabei :)

ansonsten passiert immer noch nicht viel. die naechte werden kaelter und die sonne verliert ihre kraft. die gelbe sau hat am sonntag immerhin fast 3 stunden gebraucht, um mich trotz lichtschutzfaktor 30 zu verbrennen. naja. ist nicht viel und nicht doll. aber vor zwei monaten waere ich nach so langer sonnenbestrahlung jetzt tot.
meine arbeit ist solala. ich will nichts schlechtes mehr sagen und nur noch die guten dinge sehen. ich beschaeftige mich derzeit mit dingen, die ich in der zukunft gebrauchen koennte. meine eigentlichen aufgaben kommen daher etwas kurz. egal. meine kollegen reden mir immer gut zu.

es hat den anschein, als wuerden die abende hier immer teurer werden. ich hab mittlerweile alle vom deutschen hefe weizen ueberzeugt. eins davon kostet 10$.

angeln war ich immer noch nicht. das osterwochenende ist jetzt dafuer vorgesehen. die wochenenden davor muss ich endlich mit meiner uni praesentation und dem praktikumsbericht anfangen.

Freitag, 6. März 2009

farewell mark

ich fuehle mich schuldig, dass ich so lange nichts mehr geschrieben habe.
ich war immer noch nicht angeln. voriges wochenende durfte ich am sonntag um 7:00 vor meinem rechner sitzen und testen, ob ich in der lage bin eine online-praesentation zu geben. meine liebe uni erwartet das naemlich von mir. also hab ich im halbschlaf alles getestet und mir noch etwas von zwei meiner kommolitonen angehoert. natuerlich konnte ich danach nicht mehr schlafen.
dieses wochenende wollten wir auch nicht fahren, weil marcus hauseinweihungsparty machen wollte. das ist mittlerweile auch flach gefallen. wir fahren aber trotzdem nicht angeln, weil es hier langsam kalt wird und morgen einer der letzten schoenen tage (mehr als 25 grad) werden soll und marcus noch nicht an nem strand war. also wirds morgen nach manly gehen.
natuerlich nicht fuer mich. ich bin naemlich ein wenig krank. mein hals schnuert sich zu und meine nase laeuft. perfekt.
in letzter zeit sind die mittagessen hier mein absolutes highlight. es ist unglaublich wieviele kleine laeden/kantinen/buedchen gibt, an denen man frisches essen fuer nich ganz 5 euro bekommt. und mit frisch meine ich wirklich frisch. ich hab diese woche einen unglaublich guten thai laden entdeckt. gleich neben einem unglaublich guten inder. riesige portionen, perfekt gewuerzt, einfach unbeschreiblich. dazu sitzt man dann in der sonne und wird vom wind gekuehlt. wenn ich da an die kantine in berlin denke... wochentliches highlight ist der wurstgulasch aus abfaellen wurstresten vom fleischer. dazu viel salz und tomatenmark und gut ist. ich glaub, ich werde sterben, wenn ich das wieder essen muss. naja, vielleicht verlier ich dann wenigstens die ganzen kilos, die ich mir hier anfresse...
vorigen freitag haben wir mark verabschiedet. er hatte nen besseren neuen job gefunden. also mittags fuer zwei stunden farewell lunch und abends pub. danach bin ich mit raman und marcus noch in die stadt. ich bin vorbildlicherweise um halb 1 nach hause. die beiden haben mich dann halb 4 nachts noch angerufen (im suff aus versehen). dafuer war der komplette samstag dank kopfschmerzen dann fuer beide ins wasser gefallen.
wir haben jetzt die erste woche ohne mark ueberstanden. mark war hier das maedchen fuer alles und anlaufpunkt nummer 1 bei allen fragen. er hat ne grosse luecke gerissen, die wohl keiner fuellen kann. die woche verlief holprig und es ist nicht einmal etwas schlimmes passiert. mal sehen, wie das in den naechsten 3 monaten wird.
wenn alles so weiter geht, werden wir am 22 mai nicht nur mein farewell feiern. miles' vertrag laeuft aus, raman will weg und pat sucht auch schon. es wird ne lustige zeit fuer die firma...

es ist komisch, wie sehr das management so ein ganzes team kaputt machen kann. ich lerne viel und verfolge fleissig, was man als chef nicht machen soll. wer weiss...vielleicht bringts mich irgendwann mal weiter :D