Samstag, 29. November 2008

wochenende

die erste arbeitswoche ist überstanden!
am freitag bin ich nach der arbeit noch einmal in die stadt gegangen. ich musste meine hosen abholen und wollte mich noch nach nem gürtel und nen paar hemden umsehen. das wetter hat mir jedoch nen dicken fetten strich durch meine rechnung gemacht. als ich in town hall ausgestiegen bin (die station ist unterirdisch) hab ich noch nix gemerkt. als ich dann aber an der oberfläche angekommen bin und auf die strasse wollte, wurde ich fast weggespült. also wollte ich mir gleich nen schirm kaufen. am erstbesten laden angekommen, hab ich aber gesehen, wie die geschäftigen inder gerade die regenschirme umgepreist haben und jetzt anstatt 9,99$ auf einmal 15,99$ haben wollten. da hab ich mir dann gesagt, dass es ja eh nur wasser ist und wieder trocknet...
also bin ich von dach zu dach gehuscht, um meine hosten abzuholen. völlig durchnässt bin ich dann dort angekommen, hab mir wieder hemden gekauft und alles abgeholt. danach noch schnell ins alte hostel und den brief mit der geheimnummer meiner neue bankkarte abgeholt. ganz sydney war verstopft und auf jeder strasse, die ich überqueren musste, war stau. ich glaube, dass die hier mit dem regen echte probleme haben. außerdem war am darling harbour irgend eine riesige veranstaltung mit kindern. alle hatten schwarz-grüne t-shirts an und liefen um ne riesige halle rum. keine ahnung, was das sein sollte.
dann noch schnell zu mcdoof und abendessen organisiert und schon war ich zuhaus im bett, um mal wieder ein wenig mehr schlaf zu erhaschen.

Donnerstag, 27. November 2008

are you comin to the pub?

das war die frage, dir mir heute kurz nach 5 von miles gestellt wurde. natürlich! also gings einmal über die strasse und ab in nen pub. um kurz vor 9 bin ich dann nach hause. ich habe mich wirklich zurückgehalten und hab nach dem dritten bier aufgehört. miles und raman haben weiter gemacht... alles in allem sind die pubabende ne echt gute sache, um seine kollegin kennen zu lernen. es wird auch viel über die arbeit geredet und irgendwelche probleme vom tag geklärt. nach ein zwei bier sieht man auch alles viel offener und entdeckt lösungen, die einem zuvor nicht eingefallen sind. ich werde morgen fotos vom büro machen und mal gesichter zu den namen präsentieren.
heute habe ich ne deutsche bäckerei ("bäckerei lüneburger") in der bahnstation entdeckt, in der ich jeden morgen in nen zug steigen muss. morgen werde ich mal testen, ob sie auch alles richtig backen...
ansonsten fällt mir nicht mehr viel ein. außer vielleicht, dass ich halb 10 im dunkeln mit hochgekrämpelten ärmeln nach hause gelaufen bin und mir trotzdem richtig warm war. ist das in deutschland auch so? :D

Dienstag, 25. November 2008

tasks completed

oha.
ich kann es nicht fassen. ich bin vor 10 tagen hier angekommen und hab schon alle meine ziele erreicht. ich habe allen gesagt, dass ich natürlich was finden werde und dass das alles garkein problem sein wird. ich werde schnell nen job finden und gerade so viel verdienen, dass ich mir nen stickiges zimmer irgendwo am rand von sydney leisten kann. das hab ich aber eigentlich nur gemacht, um mich selbst zu beruhigen und allen anderen die sorgen zu nehmen. jetzt hab ich es geschafft - und zwar noch "weit" vor der aversierten zeit.
trotzdem oder vielleicht gerade deswegen stellt sich jedoch nicht das gefühl ein angekommen zu sein. ich hab quasi gerade mein jet-lag auskuriert und darf schon wieder 40 stunden die woche arbeiten. vielleicht hat ein teil in mir gehofft, dass das alles nicht funktioniert und ich wirklich irgendwo auf ner farm arbeiten oder container im hafen ausräumen muss.
aber jetzt erstmal eins nach dem anderen. ich bin seit gestern abend mitbewohner in diesem wohnkomplex. meine mitbewohnerin heisst katarina und kommt ursprünglich aus der slowakei. sie studiert und arbeitet hier. ich bin gestern vormittag hier gewesen, um mir die wohnung anzusehen und dann gleich abends eingezogen. ich bereue meine entscheidung aber schon ein wenig. die nähe zum fischmarkt stellt man nämlich nur abends fest. egal. ich werd wahrscheinlich im januar wieder ausziehen. die lage ist auch solala. zum in die stadt laufen ist die wohnung ziemlich gut. aber ich bin heute morgen 30 minuten zur nächsten bahnstation gelaufen. um mich rum millionen von schlipsträgern, die alle zur arbeit gehen. da fühlt man sich so richtig uniformiert. aber da muss ich jetzt wohl durch. ich merk erst jetzt, wie angenehm es bei H&H war, wenn ich mit kurzen hosen und t-shirt zur arbeit gehen konnte. allerdings scheint es so, als würden alle auf einmal denken, dass man irgendwas wichtiges kann/macht. egal. mal sehen, wie ich mich an das anzugtragen gewöhne. wo war ich? wohnung! also die wohnung ist nicht perfekt, aber 1000 mal besser als das abgeranzte hostel. obwohl ich im hostel in den letzten tagen echt nette leute kennengelernt hatte. trotzdem ist ein wenig privatsphäre echt herrlich...
dann stand ja heute der erste arbeitstag an. ich sollte 9.15 da sein, weil louise (meine südafrikanische chefin - und wenn ich genauer darüber nachdenke, glaube ich, dass sie damals nach den "unruhen" _geflohen_ sind) wohl um 9 noch was zu erledigen hatte. ich bin dann 30 minuten und sydney downtown gelaufen und war wirklichm umringt von geschäftsleute. die pyrmont bridge war wirklich wirklich voll. ich bin der masse nach und hab durch nen riesigen zufall die bahnstation gefunden. ich hatte echt schon an mir gezweifelt und war überzeugt, dass ich mich verlaufen hätte. dann noch 2 stationen zug und ich war da.
es gab sogar nen rechner für mich. vielmehr nen ausgedienter laptop, der seine beste zeit hinter sich hatte. ein o-förmiges großraumbüro - in der mitte der empfang - ist meine neue heimat. ich hab nen eigenen cubical. ich werd morgen mal fotos davon machen. dann hab ich erfahren, dass unser team aus 7 leute besteht, wobei 4 davon in den letzten 4 monaten angefangen haben. am frischesten ist kevin (aus china....typischer chinesischer name, ne martin?). der hat am vorigen donnerstag angefangen. dann noch raman und miles, patrick und mark. die anderen namen habe ich vergessen. ich war um 9 noch einer der ersten. miles kam erst halb 11. mal sehen, wie ich mich zeitlich einpendel. dann durfte ich noch nen crashkurs in dem programm, was ich die nächsten monate verbessern soll, über mich ergehen lassen. ich hab ziemlich viel verstanden, jedoch mittlerweile schon wieder vergessen. ich hab auch das handbuch bekommen, was so um die 800 a4-seiten stark ist. naja. immer schön am ersten tag angst machen und dann langsam aufbauen. das kommt mir bekannt vor :D.
danach wurde ich noch in die heiligtümer der entwicklungsumgebung eingeweiht. für alle, die was damit anfangen können:
es gibt ein ticketing system, welches 0 auswertungsmöglichkeiten bietet. daraus wurde eine exceldatei erstellt, in der die deskriptoren auswertbar sind. dann gibt es roundtable als quellenverwaltung. die beiden system sind über die ticketnummer und die roundtable id mit einander verbunden. man muss in 2 system sachen eintragen, wenn man was berichtigt...als editor wird der normale progress editor verwendet. ich kann es immer noch nicht fassen. ich werde die tage mal abklopfen, in wie weit sich da was ändern lässt. naja. es ist alles viel strukturierter und fester und für alles gibt es richtlinien und sowas. ich weiss noch nicht, ob ich das besser oder schlechter finde als bei H&H.
louise macht auf alle fälle einen sehr kompetenten eindruck. sie fängt quasi den ganzen müll der benutzer auf und filtert alles bzw. gibt weiter, wann was gemacht werden muss. d.h. ich muss weniger denken und kann mehr stumpfsinnig vor mich hinprogrammieren. moment. hm. egal.
am ende des tages habe ich dann noch allen gesagt, dass mein erster tag ja ganz ganz toll war und zwar alles ganz schon viel war, aber dass ich guter dinge bin, dass das alles klappt. naja. ich fands ok, aber es ist jetzt kein traum.
auf dem weg nach hause bin ich dann wieder der menschenmenge gefolgt. die hat mich zu meiner haustür gespült. als ich hier angekam, hatte kat gerade arbeitskollegen hier, weil sie heute weihnachtsfeier haben. alle 4 waren wie ballerinas angezogen - auch die zwei typen, die dabei waren. alle hatten schon nen paar bier geleert und waren lustig. so sindse, die australier...

Sonntag, 23. November 2008

hostelleben

heute hab ich keine lust was schreiben. ich hatte nicht mal lust aufzustehen und irgendwas zu machen. es hat seit dem frühen morgen geregnet. ab und zu war mal für 30 minuten ruhe. danach ging der regen aber immer wieder los. das hat ein wenig meine stimmung betrübt. außerdem wollte ich mir heute mittag was zu essen machen, musste aber mit entsetzen feststellen, dass eine der japanischen putzkräfte meine vorratspackungen trotz ausreichender beschriftung in den bereich des allgemeinen essens gestellt hat - weil es angeblich nicht beschriftet war. natürlich haben nur die guten/teuren sachen gefehlt. also durfte ich mit schöner wut im bauch nochmal zum supermarkt und alles das kaufen, was ich gestern schon gekauft hatte. ich rege mich immer noch auf...
dann hab ich mir gestern beim basketball spielen _verletzt_. der kleine finger an der linken hat ist ziemlich geschwollen. wird wohl geprellt oder gebrochen oder sonstwas sein. das beste war, dass ich nachts aufgewacht bin und dachte, der finger wäre eingeschlafen. dann hab ich erstma drauf rumgedrückt und dran gezogen. das hat mich dann aber ziemlich schnell aus meinem halbschlaf gerissen ;)
ich hab jetzt noch n paar anfragen wegen zimmern in sydney verschickt. irgendjemand hat auch schon versucht mich anzurufen. hab ich blos leider verpasst. hoffentlich meldet sich derjenige noch mal...

Samstag, 22. November 2008

ohhh! you so tall!

heute habe ich also ausschau nach kleidung für meinen job gehalten. ich bin also richtung chinatown gelaufen, weil ich da ne shopping mall gesehen hatte. dort also rein und nach nem bisschen sucherei stand aich auch schon in nem kleinen laden, der ausschliesselich businesskleidung verkauft. dadrin gearbeitet haben - wie soll es anders sein - zwei chinesinnen. beide waren total nett und zuvorkommend und haben mich beraten und mir sehr geholfen. ich hoffe jetzt einfach mal, dass es die australische freundlichkeit war und der abzusehende profit durch mich nur zweitrangig war. wie dem auch sei. ich hab anprobiert und sie haben mir gesagt, auf was ich achten muss und was wie aussehen muss. ich hab mich also rundum wohl gefühlt. zwischendurch kam dann die obligatorische frage aller kleinen menschen: "wie gross bist du denn?".
nunja. ich hab zwei richtig schicke wollhosen (taugt das was?) und vier baumwollhemden aus italien gekauft. die baumwollhemden sollte pro stück 190$ kosten. ich brauchte aber nur 75 pro stück bezahlen. glaub aber, dass das augenwischerei war und die nie 190 kosten sollten. egal. sind sehr schick und ich hab insgesamt 500$ ausgegeben. achja. die hosen waren nicht lang genug - nicht lachen bitte. deshalb werden die noch geändert. das kostet auch noch mal und ich kann die hosen erst nächsten freitag abholen. also darf bis nächsten donnerstag (freitag ist ja jeanstag!!!) jetzt nichts mit meiner anzughose passieren. sonst wirds problematisch. dann bin ich wieder ein wenig durch die stadt und hab mir noch billige tshirts und nen mittag gekauft.
jetzt liege/sitze/stehe ich schon wieder fast 3 stunden im hostel und schlage die zeit mit allerlei unnützen aktivitäten tot. das wetter lässt nicht mehr zu. es gibt 30 minuten blauen himmel und 25° in der sonne. dann setzt für 5 minuten ein sturm ein, der auf einmal wolken vom meer nach sydney bringt und noch mal 5 minuten später regnets. das ist dann aber auch nach 5 minuten vorbei und es kommt die nächste sonnenphase. trotzdem raubt es mir die lust am herumlaufen.
achja. ich hab seit gestern nen anderen schlafplatz. gleiches zimmer, aber weg vom stinker. außerdem führe ich mittlerweile lange gespräche mit meinen hostelmitbewohnern. irgendwie sind hier die hälfte sachsen (sachsen-anhalt und niedersache jetzt mitgerechnet ;). ich würde also fast sagen, dass ich mich nach einer woche so halbwegs eingelebt habe. mal sehen, wann ich das mit der eignen wohnung in angriff nehme...

Freitag, 21. November 2008

bird of death


die vögel ängstigen mich immer noch. die schnabellänge erlaubt es ihnen den brustkorb bis zum herzen zu durchbohren.
3 posts an einem tag - juhu!

change!

oha. ich bin geschafft. ich gehe jetzt nicht weiter auf den zustand meines körpers ein. nur soviel - ich habe mir noch vor dem weg nach hause blasenpflaster gekauft. 2 davon hab ich an den füssen...
jetzt zum wichtigen: das zweite bewerbungsgespräch fand im konferenzraum mit atemberaubenden blick über sydney downtown statt (im 11 stock ca 3 kilometer luftlinie von der oper entfernt, auf der anderen seite der bucht).
das ganze gespräch fing schon viel viel besser an. vergleichsweise kleines stockwerk mit büros; nette empfangsdame; bequeme ledersessel. ich war mit guter deutscher pünktlichkeit wieder 5 minuten vor 2 da und musste deswegen noch ein klein wenig warten. dann lernte ich louise kennen. louise ist der chef der softwareentwickler eines bestimmten projektes. ich werde jetzt nicht alle details des projekts schildern, weil ich es a) nicht komplett verstanden habe und b) keine lust hab euch zu langweilen. es geht darum, dass die firma eine software für ein möbelhaus (aus südafrika - name fällt mir gleich wieder ein) umschreibt bzw. in ihrer bestehende software eingliedert. dabei wird in der software alles von bestellung bis hin zu verkaufspreisen und sämtlicher scheiss gesteuert. diese angesprochene eingliederung bzw. zusammenführung ist im juli live- und vor den baum gegangen. seitdem basteln die leute am programm, um es wieder lauffähig zu machen und louise tritt ihnen in den arsch. lustiges beispiel war ein lkw der von sydney nach newcastle ohne ladung gefahren ist. so ne 2 stündige leerfahrt hat wohl keine begeisterungsstürme bei allen beteiligten ausgelöst. wie dem auch sei - meine aufgaben wären debuggen und abarbeiten von hotlinecalls. ich konnte einige parallelen zu H&H ziehen :D
das gespräch war sehr sehr locker und lustig. louise kommt ursprünglich aus südafrika. sie ist vor nen paar jahren mit mann und zwei kindern einfach her geflogen. deshalb hat sie wohl auch meine entscheidung verstanden/gut gefunden. dann hat sie mir noch vorgefertigte fragen zu progress gestellt, die sie von ihrem vorgänger übernommen hat und bei denen sie mit keiner antwort etwas anfangen konnte :D. wie gesagt - sie war sehr nett und lustig. ich sollte dann noch meine fragen los werden. also standardfrage: "gibts nen dresscode?"..."ja. business casual (gute hose und hemd, gute schuhe). am freitag dann casual (jeans, hemd, gute schuhe). und eigentlich sieht es der chef gerne, wenn schlips getragen wird. aber keiner trägt einen, also egal"...janz tolle wurst. ich will mit shorts und t-shirt arbeiten. ich soll programme schreiben und keine versicherungen verkaufen :D. ich darf also am we wirklich hemden und hosen kaufen gehen. am ende kam dann noch der chefentwickler dazu und hat sich mit uns unterhalten und noch gefragt, was ich alles so gemacht habe.
nach einer stunde war es vorbei. die letzten fragen drehten sich dann darum, was für ein visum ich habe und wie man vielleicht erreichen könnte, dass ich länger als 6 monate für die firma arbeiten könnten. "you can do daytrips every weekend. the inlandflights are cheap. you dont need holidays". will heissen: ich soll möglichst 12 monate hier bleiben und für sie arbeiten. ich hab erstma ganz begeistert getan und genickt. ich habe aber nicht vor, diesem wunsch nachzukommen.
alles klang sehr sehr gut und ich hatte das gefühl, dass ich da auf alle fälle anfangen kann. sie meinte, sie ruft Jo an und klärt alles ab. ich hoffe, dass das jetzt nicht das hinhalten.
TADA! gerade kam der anruf von Jo. ich hab den job. am dienstag fange ich an für comobs zu arbeiten. als erstes 3 monate und danach ne verlängerung des vertrages über noch einmal 3 monate (und danach noch eine :D). d.h. ich habe mein ziel tatsächlich geschafft. sogar noch vor meinem selbstgesetzten termin. die bezahlung ist auch ziemlich gut. auf alle fälle besser, als ich gedacht hätte (viel besser :D).

ich bin immer noch ein wenig platt. dienstag ist schon bald und ich brauche noch richtige hosen und hemden und generell. meine füsse verheilen bis dienstag garnich.
achja. montag unterschreibe ich den vertrag bei dieser jobvermittlung.
ich werd heute abend essen gehen.

achja. vielen dank für die ganzen kommentare. bitte weiter fleissig schreiben. sonst hab ich das gefühl, ich schreib ins datennirvana.

what do you know about woolworths?

zwischenreport:
oha. ich hab die ganze nacht kaum geschlafen. völlig aufgeregt und geängstigt bin ich also heute morgen um 6 aufgestanden. ich habs gerade so geschaft zwei nutella toasts zu essen (JAHA!!!! ich hab jetzt nutella!!!) und nen wenig milch zu trinken. zwischenzeitlich war mir so schlecht, dass ich fast hier geblieben wäre. dann hab ich mich in meinen anzug geworfen und meine schicken schuhe angezogen und ab gings zur central station. es muss total lustig ausgesehen haben, als ich mit schwarzem anzug und sonnenbrille aus der tür gekommen bin, aus der sonst nur backpacker mit abgeranzten klamotten kommen. schon auf dem 5 minuten weg zur bahn hab ich das scheiss wetter verflucht. heute ist der erste schöne tag in sydney. KEINE wolke am himmel und die sonne brennt ohne erbarmen. morgens waren schon so um die 23° im schatten (stichwort: schwarzer anzug). also schon schön durchnässt in der achselregion gings in den zug nach west sydney. nach einer stunde stand ich mitten im nirgendwo. in etwa so eine bahnstation wie oberspree. bahn; strasse; kein mensch; kein garnix. ich bin dann erstma 10 min rumgeirrt und hab gehofft nen taxi zu finden. natürlich erfolglos. so richtig schön durchgeschwitzt hab ich dann nen taxi per telefon gerufen. durch schöne vororte hindurch, mit häusern, wie man sie aus amerikanischen kleinstadtserien kennt, ging es dann zur woolworthszentrale. ein riesiges gebäude mit riesigem parkplatz und eigenem taxistand. am empfang musste ich dann erst einmal allerhand angaben zu meiner person machen, um so n plastikumhänger zu bekommen, auf dem dick und fett "VISITOR" stand. kurz in der eigens für besucher eingerichteten cafeteria hingesetzt und schon kam Keith - der "Developement Manager". Nach kurzem plausch sollte ich ihm dann zum konferenzraum 28 folgen. es war unglaublich. das gebäude war riesig und fast die gesamte untere etage war mit konferenzräumen belegt. H&H hat also noch spielraum nach oben ;). dort sassen dann noch zwei herren, deren namen ich vergessen habe. einer war, glaube ich, der chefentwickler (und inder) und der andere war so nen allgemeiner angestellter, der, glaube ich schon wieder, nix mit IT am hut hatte. ich wurde 30 min über allerlei fachlichen progresssache ausgefragt. "wie ist denn ihre selbsteinschätzung, auf einer skala von 0-10, bei progress gui?"..."9-10"...ungläubiges aufsehen. stille. hab ich doch über die stränge geschlagen? "wie ist denn ihre selbsteinschätzung in progress character bla?"..."0"...jetzt war es endgültig geschafft - sie zweifelten an mir oder sich. nach einigem hin und her stellt sich heraus, dass sie mit "character bla" einfach nur business logic meinten - also alles, was nicht angezeigt wird und nicht wie ich dachte die gui-entwicklung unter dos. also hab ich meine aussage revidiert und auch hier 9-10 angegeben. irgendwie fand ich das lustig.
weiteres bla und sülz folgte und ich hab so gut es mir ging und so gut ich den inder verstanden habe, geantwortet. dann war ich dran mit fragen stellen. "gibts hier einen dresscode?"...lachen in der runde..."seit gestern ist es lockerer. seit gestern sind krawatten nicht mehr vorgeschrieben". toll - dachte ich. gut, dass ich meine heute morgen in der aufregung vergessen hatte..."ansonsten business sachen. keine jeans, keine sportschuhe, hemd". janz janz toll. sie haben noch versucht mir zu erklären, warum das so ist und verstanden hab ich es auch. nur so richtig einsehen wollte ich ihre argumentation nicht. egal. ich hab mir nix anmerken lassen und hab so getan, als wenn alles selbstverständlich sein würde. dann kam noch ganz am ende und ganz beiläufig die fragen, wie es mit meinen arbeitsstunden aussieht. ich hab ihnen gesagt, dass man ja immer überstunden machen muss, wenn es das projekt erfodert und sie meinten, dass ist das, was sie hören wollte. wenn ich am samstag oder sonntag arbeiten müsste, würde ich als vertrags-angestellter sogar extra bezahlung bekommen. toll. ich bin im frühsommer in sydney; hier fängt alles an zu blühen; man kann hier schöne wochenendtrips machen und die klopfen jetzt schon ab, wie es mit wochenendsarbeit aussieht. wird schon. ich werd ja sooooooo viel geld verdienen, dass ich danach urlaub machen kann ;).
dann war es schon zu ende und eh ich so recht wusste, was passiert, sass ich schon im taxi zum bahnhof. mittlerweile war mein körper auch schon wieder in der lage schmerz zu empfinden und so hatte ich noch viel freude an meinen neuen, UNEINGELAUFENEN schuhen.
jetzt bin ich hier im hostel, trockne mein t-shirt, mach pflaster auf meine blasen und schreibe den artikel. in guten 40 minuten gehts auf zumm nächsten job interview. ich bin gespannt.
achja. als ich hier meine anzughose ausgezogen habe, ist mir der beleg der reinigung, der immer noch an einer gürtelschnalle hing, aufgefallen. ich hoffe einfach inständig, dass man den nicht beim bewerbungsgespräch gesehen hat :/

Donnerstag, 20. November 2008

sit here or takeaway?

heute hab ich wieder mal den ganzen tag mit warten verbracht. naja fast. den ganzen. von vorne. heute vormittag hab ich wieder nen anruf von Jo bekommen. sie hat noch nen zweites gespräch organisiert. dieses mal comops.com.au. da muss ich morgen um 2 erscheinen und verhandeln. nunja. verhandeln soll ich eigentlich nicht. Jo macht das wohl anscheinend für mich. dabei hat sie mir auch gleich gesagt, dass ich nicht mit soooooo viel rechnen soll. schliesslich ist die finanzkrise auch hier schon angekommen. das ich nicht lache... als sie mir dann aber gesagt hat, was sie als stundensatz angibt, bin ich fast umgekippt. wenn das wirklich klappt, kann ich mir doch nen zimmer in der näher der oper leisten (ich hab sogar schon eins am anderen ufer gegenüber der oper gefunden :D). wie dem auch sei. ich muss zu woolworth an den westlichen rand von sydney. ohne auto kommt man da garnich hin. deshalb fahr ich morgen ne stunde mit der bahn und dann noch mitm taxi zu dem vorstellungsgespräch. ich hoffe, dass das alles so klappt. ich denke jedoch, dass ich da nicht arbeiten werde. mal sehen.
comops sieht schon viel besser aus. das ist in nord sydney und vielleicht 10 min vom zentrum entfernt. da kommt man auch noch mit öffentlichen gut hin. das ist also erst mal mein favorit.
nächste woche werde ich dann noch 3 interviews haben oder schon arbeiten, geht mein zeitplan doch tatsächlich auf. ich werde dann auch ab dienstag mit der wohnungssuche beginnen. mal sehen, wieviel geld im topf ist ;)
ich hab heute im park fotos von den komischen vögeln gemacht. ich hab sogar n video aufgenommen, um mich der reihe der anderen imis (internationale medieninformatik für alle nichtwisser) anzuschliessen. ich werde morgen mal rausfinden, ob ich das so online stellen kann. danach war ich noch beim vietnamesen und hab mir irgendwas mit rind gekauft. ich musste aber wieder 5 mal nachfragen, was die junge frau von mir wollte, als ich den laden betreten habe: "s hea o tehk weh?"...."what's that?"...."sit hiha oo tehk eweh?".... ich weiss ehrlich gesagt nicht mal, ob sie wirklich "sit here or takeaway" gefragt hat. ich hoffe es jetzt einfach mal. war trotzdem lecker.
und zum abschluss noch ne geschichte aus meinem schönen hostelleben:
ich hab heute kurz an der "rezeption" gefragt, ob ich immer noch sagen kann, dass ich nen neues zimmer will. das haben sie mir am anfang nämlich angebote, wenn was sein sollte. es stellte sich dann schnell heraus, dass ich wohl nich der einzige bin, der findet, dass man brechreiz vom geruch eines unserer mitbewohner bekommt. der hostelchef hat mir dann gesagt, dass er ihm sagt, dass er alle seine sachen und sich selbst waschen muss, sonst fliegt er. ich bin gespannt, obs was bringt...

Mittwoch, 19. November 2008

it's getting better hour by hour

mir ist aufgefallen, dass ich unglaublich fiele rechtscheibfeler in meinen texten haben tue. bitte verzeiht.

nach dem letzten blogeintrag habe ich noch 4 oder 5 mal mit Jo telefoniert und abgeklärt, was ich in berlin gemacht habe und was ich sonst noch kann. sie hat mir dann instegesamt 6 jobangebote geschickt, an die sie gleichzeitig meinen lebenslauf weiter geleitet hat. ausßerdem will sie mich freitag treffen um irgendwas zu bereden ;)

jetzt zum sehr sehr erfreulichen:
Great news Woolworths want to interview Friday morning (you can meet me afterwards), I will confirm time tomorrow with you. Cheers Jo.

heisst: ich habe am freitag mein erstes "richtiges" vorstellungsgespräch. ich bin gespannt und aufgeregt...

there's work todo mate

nun denn. ich wollte ja jeden tag einen blogeintrag erstellen und hab dann gleich gestern nix jemacht. ich schiebe es einfach mal darauf, dass ich hier nur sehr selten internet hatte.
dann mal ein kleines resumè:
gestern war ich nochmal in der stadt und hab mit nen double quarter pounder von mcdonalds geleistet. die nette, junge frau, die meine bestellung aufgenommen hat, konnte irgendwie kaum englisch und es war ein wenig kompliziert, ihn zu erklären, was ich wollte. ich bin jetzt der festen überzeugung, dass englisch nicht die weltsprache wird. viel mehr wird mandarin dank den reicher werdenden chinesen jetzt noch verbreiteter...
danach war ich noch ein wenig im park und hab mir die komischen vögel dort angesehen. ich hab natürlich meine cam vergessen. ich werd die tage aber mal nochmal fotos von den viechern machen. außerdem gibts da vögel, die geräusche von schreienden kindern imitieren. sehr nervig die viecher.
nach diesem ausgedehnten spaziergang hab ich dann mit vollem bauch bei zwei jobvermittlungen angerufen. beide hatten auf it.seeek.com.au progress developer ausgeschrieben und ich wollte einfach mal sehen, ob sowas für mich in frage kommen würde. bei der ersten agentur war derjenige, den man anrufen sollte, leider nicht da. ich hab seiner vertretung meine details hinterlassen und er wollte sich melden (hat er bis jetzt nicht, ich ruf aber gleich nochma an).
der zweite anruf ging an “progressive people”. ich finde ja, dass das nen zeichen ist. das gespräch verlief auch gleich viel positiver. ich sollte “jo kropf” annrufen. zum glück habe ich nicht Mr Kropf verlangt. Jo ist nämlich anscheinend nen Frauenname... Also kurzes gespräch in dem ich meine Situation geschildert habe. sie war ganz angetan und meinte sie hat 3 oder 4 angebote für jemanden mit meiner qualifikation. ich solle ihr meinen lebenslauf schicken und sie meldet sich wieder. das habe ich dann auch getan.
das alles war gestern.
heute regnet es wieder und irgendein schlauberger aus meinem zimmer war so clever nachts zwei der drei fenster zu schliessen. deswegen roch es am morgen so richtig schön ekelig. also gleich raus ausm bett und anne anrufen (internet ging wieder nicht...). um kurz nach 9 klingelte dann mein handy. jeroen (schwiegersohn von der arbeitskollegin meiner mutter mit dem ich schon in deutschland kontakt aufgenommen hatte und der vielleicht einen job als php entwickler zu vergeben hatte) hatte mich angerufen und gefragt, ob ich nicht vorbeikommen will, um mal die möglichkeiten durchzusprechen. 2 stunden später stand ich dann im büro von xtremeinformation.com. die firma zeichnet (unter anderem) zich verschiedene fernsehsender auf, filtert die gezeigte werbung und speichert diese. so können dann die kunden von xtremeinfo raus finden, welche werbung wo wann läuft. so hat er mir zum beispiel gezeigt, dass apple für ipod werbung im oz-fernsehen 1,6 millionen $ ausgegeben hat. sehr sehr spannend. nach erklärungen und vorstellung was ich zu machen hätte, hat er mir dann nen job angeboten. ich müsste ein xml-file, welches von einem fernsehsender kommt und alle werbungsdaten enthält, mit dem vergleichen, was wirklich ausgestrahlt und von xtreminfo gecaptured wurde. das problem ist nur, dass die zuarbeit des fernsehsenders noch nicht fest ist und das noch irgendein chef eine unterschrift unter den vertrag machen müsste außerdem kann es sein (sieht zu 90% so aus), dass das projekt nach einem monat für mich vorbei wäre. also nich ganz so toll.
egal. ich habe zugesagt. ich hab ihm jedoch auch gesagt, dass ich noch in kontakt mit den zwei jobvermittlungen bin und auch noch andere jobangebote abklappere. dann kam auch noch jeroens chef dazu, der nochmal wiederholte, dass das vielleicht nicht schon nächste woche klappt. vielleicht sogar garnich. die australier sind irgendwie komisch. ich bin also von “ja - du fängst nächsten montag an” zu “vielleicht wird das mit dem ganzen projekt nichts” gekommen. nunja. mal sehen. das hat mich wenigstens darin bestärkt, dass ich mich weiter umsehe und mich darauf nicht verlasse (außerdem war die bezahlung jetzt nicht soooo umwerfend wobei das jetzt nicht die rolle spielen würde).
auf dem weg zurück klingelte dann schon wieder mein handy. ich war jedoch nicht schnell genug und die scheiss mailbox is rangegangen. es war “Jo” von progressive people, die irgendwas mit mir klären wollte. ihre nummer hat sie natürlich auch nicht hinterlassen, so dass ich erst zurück ins hostel musste, um an die ganzen daten zu kommen. hier angekommen habe ich dann meine mails gecheckt und gesehen, dass sie mir auch eine mail geschickt hatte. ich sollte ihr meinen lebenslauf im word-format schicken. weiss der teufel warum pdf nicht gut genug ist... hab ich dann auch gemacht und nochmal angerufen. natürlich war “Jo” nicht da. jetzt warte ich auf den rückruf.

es geht voran!
Konets - delu venets.

Montag, 17. November 2008

cheers

Da es noch viel zu früh ist, um in die Stadt zu gehen (9:05) und ich mich langweile, fange ich mit dem dritten blog-beitrag an.
Der große Plan für heute ist:
1.Handy besorgen
2.Bankkonto eröffnen
3.Steuernummer beantragen
4.Jobangebote abtelefonieren

Die Nächte hier sind irgendwie nicht so prall. Um halb 6 beginnt der Berufsverkehr vorm Fenster. Zwei Wochen muss ich das auf alle Fälle noch durchhalten. Dann muss ich nen Job haben um mir mein Penthouse über der Oper leisten zu können. Ich drücke mir ganz fest die Daumen, dass das so funktioniert. Ich hoffe ja, dass ich wieder nen bissi englisch sprechen kann, wenn ich das in der Stadt alles erledigen muss.
So. Ich schau jetzt noch so nen kack Film und dann geht’s los. Danach werde ich berichten, wie alles gelaufen ist.
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so. jetzt ist es 13 uhr und ich habe fast alles geschafft. Als erstes war ich in Chinatown bei der Westpac-Bank um nen Konto zu eröffnen. War alles total unkompliziert. Zumal alle um mich rum und vor und nach mir auch alle Konten eröffnen wollten. Nach 30 Minuten hatte ich dann zwei Konten, die mich zusammen 3$ im Monat kosten werden. Karte kommt nächste Woche per Post, die Pin-Nummer 3 Tage später. Lustige Side-Note: Da die Bank in Chinatown war, waren über die Hälfte der Angestellten Chinesen. Sämtliche chinesischen Kunden hatten dann davon auch Gebrauch gemacht und chinesisch gesprochen. Ich stelle mir vor wie doof ich mir vorkommen würde, wenn ich hier nur deutsch sprechen müsste. Egal.
Danach bin ich nochmal durch die Stadt Richtung Opernhaus gelaufen, weil ich da gestern im Augenwinkel nen Vodafone-Shop gesehen hab. Also da rein, und 3 min später hatte ich meine Prepaid Karte fürs Handy. Meine Nummer ist: 0410933777. Da muss dann nur noch die Vorwahl für Australien vor.
Jetzt werde ich noch schnell meine Steuernummer beantragen und das war es für heute.
Achja. Ich hatte heute sogar ne richtig nette Unterhaltung mit nem Hong-Kong-Chinesen aus meinem Zimmer. Vielleicht geh ich mit dem nachher nochmal in die Stadt.
Fakten:
ich schreibe bis zum ersten Job täglich
heute war es wieder angenehm kühl mit ca. 20° ohne Sonnenschein
die australische Polizei hat tiefergelegte Streifenwagen
ich hatte heute nen Jobangebot (2h arbeiten für 30$ - keine Ahnung was für ne Arbeit)

Sonntag, 16. November 2008

zweiter tag

So. die erste Nacht ist überstanden. Ich hab mich irgendwie bis 14 Uhr wachhalten können. Danach hab ich für 2 Stunden gepennt. Dann bin ich nochmal in den TV-Raum gegangen und hab im Halbschlaf bis 20.30 ausgehalten. Dann aufs Bett gesetzt, ne halbe Stunde irgendwelche Sachen geordnet und versucht nicht einzuschlafen. Kurz nach 9 hab ich dann gegen mich selbst verloren. Eigentlich fing die Nacht auch ganz gut an. Ich hab von den anderen nix gehört, es war nicht zu warm und nicht zu kalt. So gegen 3 oder 4 war ich dann das erste mal wach. Ich weiss garnich mehr warum. Nach ner halben Stunde Gedanken, was ich denn überhaupt mache, wenn ich wirklich wach bin, bin ich wieder eingeschlafen. Um halb 5 war es dann aber endgültig vorbei. Der eine dicke Südamerikaner hat angefangen zu schnarchen und war auch durch gemeinschaftliches „tschhhhhh“ nicht richtig wach zu bekommen. Also hab ich dann von halb 5 bis kurz nach 7 im Bett gelegen, nachgedacht , gelesen, phantasiert.
Also kurz nach 7 aufgestanden und leckere Cornflakes zum Frühstück. Danach hab ich noch irgendwie weiter versucht die Zeit totzuschlagen, weil ich nicht schon um 8 in der Stadt sein wollte. Also wieder Fernseher und warten.
Gegen 9 bin ich dann losgegangen. Einfach geradeaus vom Hostel weg (im wahrsten Sinne des Wortes). Durch den Hyde Park, in dem gerade alles anfängt zu blühen, direkt zum Opernhaus. Masse Menschen und alles, was ich an Städten so hasse. Dafür hat mich die Sonne die ganze Zeit begleitet. Sonnenbrand hab ich hoffentlich nicht bekommen.
Auf dem ganzen Weg ist mir nur noch klarer geworden, dass ich hier schnell weg muss, um wieder nen geregelten Tagesablauf zu bekommen. Morgen (am Montag) geht’s los mit Bewerbungen verschicken und telefonieren. Ich hoffe, dass das mit meinem Ziel – im Dezember nen Job zu haben – schaffbar ist.
Derzeit sitze ich wieder im TV-Raum und schaue Simpsons. So geht die Zeit wenigstens schnell vorbei.

so. Nachtrag:
ich habe jetzt nen abschliessbares fach bekommen; ich hab nen fach im kühlschrank mit ungesundem essen; ich habe internet; ich habe nen adapter für die steckdose; ich habe englisch reden dürfen.
gerade geht es mir gut.

Good Morning Sydney


Endlich ist es soweit. Ich bin da. Ganz allein. Ohne bekannte Gesichter, ohne bekanntes Umfeld. Komisch.

Jetzt aber mal von Anfang an. Am Mittwoch, den 12.11. hatten Jana und Torsten noch was ganz besonderes organisiert - ich durfte Porsche fahren. Natürlich nicht nen normalen Carrera. Das Bild sagt alles ;)

Selbst bei 250 hat das Auto noch Reserven nach oben. In 150.000 € gehört der mir.

Wie dem auch sei – das ganze Autofahren hat meine ohnehin schon schlechte Planung noch einmal über den Haufen geworfen. Sachen nich gepackt; noch ewig viel Müll bei Annes Mutter in Kisten gehabt. Ich denke lieber nicht dran. In der Nacht von Mittwoch zu Donnerstag habe ich dann auch noch kaum geschlafen. Ich war alle 30 min wach, weil mir irgendein Schwachsinn durch den Kopf ging. Ich bin dann nach 8 Stunden „Schlaf“ so gegen 9 Uhr aufgestanden. Ohne Hunger, ohne festen Plan, ohne Überzeugung.

Um 15.30 ging dann mein Zug vom Hauptbahnhof nach Frankfurt. Natürlich war der ganze scheiss Zug voll. Die 3 Sitze, die nicht reserviert waren, waren weg, bevor ich den Zug überhaupt hab einfahren sehen. Ich hab mir dann zum Glück nen Platz ausgesucht, der reserviert, aber nicht in Anspruch genommen wurde. Konnte ich also die ganze Fahrt sitzenbleiben. Nach 4,5 Stunden Fahrt dann ab zum Flughafen. Gate suchen. Einchecken – Ja: Platz am Notausstieg ist noch frei. Also noch schnell Shirt wechseln, Burger bei McDoof essen und zur letzten Kontrolle.

Und irgendwie verging die Zeit ziemlich schnell bis nach Singapur. Ich hab dank viel Beinfreiheit sogar ein wenig schlafen können. Das Filmangebot war auch ganz ordentlich. Nur der Service bei Quantas ist scheisse. Irgendwie gabs nur Schweinefrass und kaum was zu trinken. Egal. In Singapur war auch nichts besonderes. Hab mich nur n bissi allein gefühlt – bis ich die 20 sms von Anne bekommen hatte.

Wieder 8 Stunden später – so ca. 21 Uhr deutscher Zeit war ich in Sydney angekommen. Keine Probleme bei der Einreise. Irgend so n kleiner Hund hat zweimal an meinem Rucksack geschnüffelt und das wars. Dafür muss ich wegen meinem Visum aber noch mal irgendwo in die Stadt. Ma sehn. In Sydney selbst regnet es. Jetzt immer noch 5 Stunden nach meiner Ankunft. Ich hoffe ja, dass es daran liegt, dass mir das hier alles noch nicht so gefällt. Am Flughafen dann mal eben die ersten 500$ abgehoben. Ich wollte/sollte mich ja im Hostel melden, damit die mich vom Flughafen abholen. Also erstmal an Kleingeld kommen, weil ich ja nicht mal die Vorwahl von Sydney kannte und deswegen mein Handy nich benutzen konnte. Ich hab natürlich von der dummen Tusse nur 2$ bekommen, weil Sie nicht mehr Kleingeld hatte. Also mit den 2$ angerufen und nach 5 mal klingeln geht so ne scheiss Mailbox ran. Also lege ich auf, in der festen Überzeugung, dass ich mein Wechselgeld bekomme (ein Anruf kostet 50Cent). Aber ne, natürlich kein Wechselgeld. Also erstmal schön kotzen.

Dann zur Flughafeninfo und für 14$ nen Shuttlebus ins Hostel gebucht. Die Fahrt hierher war komisch. Alles grün und unaufgeräumt. So völlig anders als derzeit in Berlin. Als ich dann vor meinem Hostel ausgesetzt wurde, kam ich mir das zweite mal richtig verlassen vor. Also schnell rein und alles klar machen. Die „Aushilfe“ an der „Rezeption“ (das muss man wirklich beides in Anführungszeichen setzen) war zum Glück/leider deutsch. Also hat sie mir schnell alles erklärt und 280$ später hatte ich dann das obere Bett eines Doppelstockbetts in einem Zimmer mit 5 Doppelstockbetten. Ich bin gespannt, wie das wird...

Da es ja erst kurz nach 8 war hab ich dann schnell geduscht (das Bad definiert „Schimmel“ ganz neu :) ), um danach nochmal kurz in die Stadt zu gehen. Auf meinem Spaziergang hat es natürlich nur geregnet und alles fremde war nicht nur fremd sondern auch noch nass. Ich hab keine Fotos gemacht, damit ich mich später an den Tag nicht mehr erinnern muss.

Gerade hab ich hier am Tisch gehört, dass die ganze letzte Woche immer über 30° waren. Hoffen wir, dass das bald wieder so wird. Ansonsten sind hier sehr viele Deutsche. Und irgendwie wissen die meisten schon, dass ich auch deutsch bin. Ich brauch unbedingt nen Job, ne Wohnung und nen festes Umfeld. Glaube ich. Ich bin auch (gefühlt) der älteste hier. Nur erlebt haben alle anderen natürlich schon viiiieeeeel mehr. Ganz Australien bereisen sie wie Landstreicher um dann nach 2 Wochen Urlaub 4 Wochen auf irgendwelchen Farmen zu schuften oder Jobs zu machen, die Sie in Deutschland nicht mal als letzten Ausweg machen würden. Ich hasse solche Leute immer noch. Habe ich NZ schon, tue ich auch hier.

Als letztes:

die Sonne kommt gerade gaaaanz vorsichtig raus

Mein Notebook scheint hier Begehrlichkeiten zu wecken. Da man hier nix Einschliessen kann, werd ich das jetzt wohl immer schleppen dürfen.


Die nächsten Beiträge werden kürzer.