zwischenreport:
oha. ich hab die ganze nacht kaum geschlafen. völlig aufgeregt und geängstigt bin ich also heute morgen um 6 aufgestanden. ich habs gerade so geschaft zwei nutella toasts zu essen (JAHA!!!! ich hab jetzt nutella!!!) und nen wenig milch zu trinken. zwischenzeitlich war mir so schlecht, dass ich fast hier geblieben wäre. dann hab ich mich in meinen anzug geworfen und meine schicken schuhe angezogen und ab gings zur central station. es muss total lustig ausgesehen haben, als ich mit schwarzem anzug und sonnenbrille aus der tür gekommen bin, aus der sonst nur backpacker mit abgeranzten klamotten kommen. schon auf dem 5 minuten weg zur bahn hab ich das scheiss wetter verflucht. heute ist der erste schöne tag in sydney. KEINE wolke am himmel und die sonne brennt ohne erbarmen. morgens waren schon so um die 23° im schatten (stichwort: schwarzer anzug). also schon schön durchnässt in der achselregion gings in den zug nach west sydney. nach einer stunde stand ich mitten im nirgendwo. in etwa so eine bahnstation wie oberspree. bahn; strasse; kein mensch; kein garnix. ich bin dann erstma 10 min rumgeirrt und hab gehofft nen taxi zu finden. natürlich erfolglos. so richtig schön durchgeschwitzt hab ich dann nen taxi per telefon gerufen. durch schöne vororte hindurch, mit häusern, wie man sie aus amerikanischen kleinstadtserien kennt, ging es dann zur woolworthszentrale. ein riesiges gebäude mit riesigem parkplatz und eigenem taxistand. am empfang musste ich dann erst einmal allerhand angaben zu meiner person machen, um so n plastikumhänger zu bekommen, auf dem dick und fett "VISITOR" stand. kurz in der eigens für besucher eingerichteten cafeteria hingesetzt und schon kam Keith - der "Developement Manager". Nach kurzem plausch sollte ich ihm dann zum konferenzraum 28 folgen. es war unglaublich. das gebäude war riesig und fast die gesamte untere etage war mit konferenzräumen belegt. H&H hat also noch spielraum nach oben ;). dort sassen dann noch zwei herren, deren namen ich vergessen habe. einer war, glaube ich, der chefentwickler (und inder) und der andere war so nen allgemeiner angestellter, der, glaube ich schon wieder, nix mit IT am hut hatte. ich wurde 30 min über allerlei fachlichen progresssache ausgefragt. "wie ist denn ihre selbsteinschätzung, auf einer skala von 0-10, bei progress gui?"..."9-10"...ungläubiges aufsehen. stille. hab ich doch über die stränge geschlagen? "wie ist denn ihre selbsteinschätzung in progress character bla?"..."0"...jetzt war es endgültig geschafft - sie zweifelten an mir oder sich. nach einigem hin und her stellt sich heraus, dass sie mit "character bla" einfach nur business logic meinten - also alles, was nicht angezeigt wird und nicht wie ich dachte die gui-entwicklung unter dos. also hab ich meine aussage revidiert und auch hier 9-10 angegeben. irgendwie fand ich das lustig.
weiteres bla und sülz folgte und ich hab so gut es mir ging und so gut ich den inder verstanden habe, geantwortet. dann war ich dran mit fragen stellen. "gibts hier einen dresscode?"...lachen in der runde..."seit gestern ist es lockerer. seit gestern sind krawatten nicht mehr vorgeschrieben". toll - dachte ich. gut, dass ich meine heute morgen in der aufregung vergessen hatte..."ansonsten business sachen. keine jeans, keine sportschuhe, hemd". janz janz toll. sie haben noch versucht mir zu erklären, warum das so ist und verstanden hab ich es auch. nur so richtig einsehen wollte ich ihre argumentation nicht. egal. ich hab mir nix anmerken lassen und hab so getan, als wenn alles selbstverständlich sein würde. dann kam noch ganz am ende und ganz beiläufig die fragen, wie es mit meinen arbeitsstunden aussieht. ich hab ihnen gesagt, dass man ja immer überstunden machen muss, wenn es das projekt erfodert und sie meinten, dass ist das, was sie hören wollte. wenn ich am samstag oder sonntag arbeiten müsste, würde ich als vertrags-angestellter sogar extra bezahlung bekommen. toll. ich bin im frühsommer in sydney; hier fängt alles an zu blühen; man kann hier schöne wochenendtrips machen und die klopfen jetzt schon ab, wie es mit wochenendsarbeit aussieht. wird schon. ich werd ja sooooooo viel geld verdienen, dass ich danach urlaub machen kann ;).
dann war es schon zu ende und eh ich so recht wusste, was passiert, sass ich schon im taxi zum bahnhof. mittlerweile war mein körper auch schon wieder in der lage schmerz zu empfinden und so hatte ich noch viel freude an meinen neuen, UNEINGELAUFENEN schuhen.
jetzt bin ich hier im hostel, trockne mein t-shirt, mach pflaster auf meine blasen und schreibe den artikel. in guten 40 minuten gehts auf zumm nächsten job interview. ich bin gespannt.
achja. als ich hier meine anzughose ausgezogen habe, ist mir der beleg der reinigung, der immer noch an einer gürtelschnalle hing, aufgefallen. ich hoffe einfach inständig, dass man den nicht beim bewerbungsgespräch gesehen hat :/
Freitag, 21. November 2008
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen
Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.